Die Kastration

Die Kastration oder chirurgische Sterilisation von Hunde und Katzen

Was bedeutet Kastration?

Die Kastration oder chirurgische Sterilisation ist ein Eingriff der von einem Tierarzt durchgeführt wird, wobei das Tier unter Vollnarkose ist. Bei der Operation werden die Fortpflanzungsorgane entfernt, so dass das Tier nicht mehr fortpflanzungsfähig ist.

Beim männlichen Tier werden die Hoden entfernt (Orchectomie): es handelt sich um einen einfachen und wenig invasiven Eingriff, da die Bauchdecke nicht geöffnet werden muss.

Bei dem weiblichen Tier ist der Eingriff invasiver im Vergleich zur Kastration des Männchens, da die Eierstöcke sich im Inneren der Bauchdecke befinden.

Zwei Eingriffsarten sind möglich: entweder werden nur die Eierstöcke entfernt (Ovariectomie) oder es werden Eierstöcke und Gebärmutter entfernt. Dadurch werden in der Folge natürlich viele Errankheiten des Fortpflanzungsapparates unmöglich.

Viele Leute benutzen den Ausdruck Kastration und meinen den Eingriff beim männlichen Tier, während sie mit Sterilisation die Operation beim Weibchen bezeichnen.

In Wirklichkeit ist jedoch die Sterilisation (Abbinden von Samen - und Eileiter) ein Vorgang mit dem ein Tier zeugungsunfähig gemacht wird, wobei weder der Östrus (Läufigkeit beim Hund, Rolligkeit bei Katzen) noch die Paarungsbereitschaft unterbunden wird. Es können auch Gesundheitsprobleme nicht vorgebeugt werden, wie es bei der Kastration der Fall ist.

Vorteile der Kastration:

Für den Tierhalter: unerwünschten Verhaltensweisen werden vermindert, so z.B.  das Weglaufen des Rüden, um läufige Weibchen aufzusuchen, aggressives Verteidigen des Reviers, Markieren durch den Kater; das Weglaufen, die Unruhe, die blutigen Ausscheidungen während der Läufigkeit, die Schwangerschaft und die Scheinschwangerschaft der Hündin.

Für die Gesellschaft: nur durch Kastration einer Vielzahl von Hunden und Katzen, männlich wie weiblich, kann die Hunde -und Katzenpopulation eingeschränkt werden. Dieser Eingriff ist die einzige definitive und sichere Lösung, um unerwünschte Nachzucht zu vermeiden. Jedes Jahr kommen planlos tausende Welpen und Kätzchen zur Welt, die leider die Tierheime füllen oder auf der Strasse sterben.

Für den Hund: die Kastration beugt mehreren Krankheiten vor und reduziert den Stress des Tieres, das den natürlichen Fortpflanzungsdrang nicht ausleben kann (bei Rüden ständig und bei Hündinnen während der Läufigkeit vorhanden).

Beim Rüden wird das Risiko von Hodentumoren ausgeschaltet und das Risiko von Prostatakrebs und anderen Problemen der Fortpflanzungsorgane reduziert.

Die Kastration hat bei Rüden Auswirkungen auf dem Charakter und kann Aggressivität und übermäßiges Markierverhalten vermindern.

Bei der Hündin vermindert die Kastration das Entstehen von Tumoren des Gesäuges (besonders dann, wenn der Eingriff vor der ersten Läufigkeit erfolgt) und unterbindet Erkrankungen der Gebärmutter (z.B. die Pyometra).

Darüberhinaus wird durcn die Kastration die Fortpflanzung von Tieren mit Erbkrankheiten vermieden.

Für die Katze: die Kastration begrenzt die Anzahl verwilderter Katzen und die territorialen Kämpfe, die oft mit Verletzungen und Tod der Tiere verbunden sind. Sie hilft die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie FeLV und FIV zu verhindern. Bei der weiblichen Katze wird die Dauerrolligkeit vermieden.

Nachteile der Kastration:

Für den Hund: ein kastrierter Hund verlangsamt den Stoffwechsel um zk. 20%. Nach dem Eingriff muss die tägliche Futterration angepasst werden (weniger Kalorien) und dem Tier mehr Bewegungsmöglichkeiten geboten werden, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Sehr selten kommt es vor, dass mittelgroße bis große Hündinnen nach der Kastration Inkontinenzprobleme entwickeln. Möglicherweise hängt dies mit einer zu starken Abnahme zirkulierenden Östrogene zusammen, die sich auf die Schließmuskeln der Blase auswirkt. Das Problem muss mit dem Tierarzt besprochen werden.

Für die Katze:

Leichte Zunahme des Körpergewichts.

Wann soll der Eingriff gemacht werden?

Die Kastration des männlichen Tieres sollte vor der Pubertät (etwa 9 Monate) erfolgen.

Über das beste Alter der Kastration einer Hündin gibt es verschiedene Ansichten: einige Tierärzte raten den Eingriff vor der ersten Läufigkeit durchzuführen (im Alter von 6-7 Monaten), andere sind der Meinung, dass der Eingriff besser zwischen der ersten und zweiten Läufigkeit zu machen ist.

Die weiblichen Katzen können jederzeit operiert werden, während Hündinnen nicht kastriert werden sollten, wenn sie läufig sind. (entweder vor der ersten Läufigkeit oder zwei Monate nach Abschluss der Läufigkeit). Dies um das erhöhte Risiko von Blutungen zu vermindern.

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Operation dauert nicht lange. Wenn ein Hund morgens, das Tier muss nüchtern sein, operiert wird, kann er abends schon heim gebracht werden. Nach dem Eingriff wird demTier ein Schutzhalskrause aus Plastik umgebunden, damit es sich nicht die Wunden auflecken kann und alles schnell verheilt.

Schluss mit Mythen und Aberglauben

Es ist nicht unbedingt notwendig, dass eine Hündin vor der Kastration einen Wurf bekommt. Die Schwangerschaft, die Geburt und das korrekte Aufziehen der Welpen sind eine anstrengende Aufgabe sei es für die Hündin, wie auch für den Besitzer.

Erlaubt man der Hündin einen Wurf auszutragen, ohne vorher für die sichere Vermittlung der Welpen gesorgt zu haben, ist ein Abschieben der kleinen an das Tierheim vorprogrammiert.

Ein Rüde wird nicht läufig. Sein Fortpflanzungsinstinkt ist immer wach und das Tier kann sich bei der erst besten Gelegenheit paaren. Die Kastration vermeidet, dass diese physiologische Notwendigkeit des Hundes ständig vom Menschen unterdrückt bzw. unter Kontrolle gehalten werden muss.